Wenn Sie an einem kalten Wintertag in das warme Thermalwasser der Franken-Therme eintauchen, spüren Sie vor allem eines: sofortige Entspannung. Hinter dieser Wärme steckt allerdings eine beachtliche technische und ökologische Leistung. Ein nachhaltiger Thermenbetrieb ist für uns kein Modewort, sondern eine Aufgabe, an der wir seit der Planungsphase im Jahr 2003 arbeiten.
Wir nehmen Sie mit hinter die Kulissen — zu drei Wärmequellen, 2.000 Solarmodulen und einer ganzen Reihe von Maßnahmen, die Sie als Gast nie zu Gesicht bekommen.
Wellness mit gutem Gewissen: Warum Energieeffizienz in der Therme so wichtig ist
Was eine Therme wirklich verbraucht
Thermen sind von Natur aus energieintensive Betriebe, und wir sind da keine Ausnahme. Rund 7.700 Megawattstunden Wärme benötigt die Franken-Therme Bad Windsheim pro Jahr, dazu etwa 4.000 Megawattstunden Strom. Die Wärme hält unsere sechs Thermalsole-Becken und den Salzsee konstant auf bis zu 36 °C — eine Voraussetzung dafür, dass die Bad Windsheimer Sole ihre wohltuende Wirkung überhaupt entfalten kann. Der Strom versorgt die komplette Bädertechnik, die Sauna-Landschaft mit ihren acht Saunen und der Schneesauna, Büros, die gesamte Beleuchtung sowie das Kassen- und Zugangssystem.
Weitblick seit der Planungsphase 2003
Der entscheidende Punkt: Diese Anforderungen wurden nicht nachträglich zum Problem, sondern von Anfang an mitgedacht. Schon in der Planungsphase 2003 wurden die Voraussetzungen dafür geschaffen, Prozesse laufend zu optimieren und Ressourcen effizient zu nutzen — von den Wärmekreisläufen bis zur Wassernutzung.

70 Prozent erneuerbare Wärme: drei Quellen, ein Kreislauf
Die Wärme, die Sie im Becken spüren, kommt nicht aus einem konventionellen Heizkessel und auch nicht von einem Großlieferanten. Sie ist das Ergebnis eines Zusammenspiels aus drei erneuerbaren Quellen, die zusammen 70 Prozent unseres Wärmebedarfs decken. Tendenz steigend.
Biogas aus der Nachbarschaft: 30 Prozent
Ein knappes Drittel der Wärme liefert vor Ort produziertes Biogas. In der benachbarten Biogasanlage vergären nachwachsende Rohstoffe aus der örtlichen Landwirtschaft — ausschließlich Pflanzen, Mist und Gülle, kein Bioabfall. Ein Blockheizkraftwerk erzeugt daraus Strom; die dabei anfallende Wärme wird über ein Wärmenetz verteilt, statt ungenutzt zu verpuffen. Weil die Franken-Therme das ganze Jahr über Wärme abnimmt — auch im Hochsommer, wenn andere Abnehmer nicht heizen — kann die Anlage ihre Wärme nahezu vollständig verwerten.
Die Hackschnitzelanlage: weitere 30 Prozent
Ein zweites Drittel stammt aus einer Hackschnitzelanlage. Auch hier gilt das Prinzip der kurzen Wege: Biomasse aus der Region statt fossiler Brennstoffe aus fernen Ländern.
Industrieabwärme: 10 Prozent, die sonst verpuffen würden
Der ungewöhnlichste Baustein sind die restlichen zehn Prozent. Sie stammen aus der Abwärme einer nahegelegenen Gießerei — Energie, die andernorts einfach in die Luft entweicht. Bei uns heizt sie Ihr Badewasser.
Sonnenkraft für pure Erholung: 2.000 Module auf den Thermendächern
4.000 Quadratmeter Photovoltaik seit Juli 2024
Stellen Sie sich einen Sommertag vor: Die Sonne brennt auf die Dächer der Therme. Statt diese Energie ungenutzt verfliegen zu lassen, verwandeln rund 2.000 Solarmodule auf 4.000 Quadratmetern Dachfläche sie in Strom. Seit Juli 2024 deckt die Anlage bis zu 30 Prozent unseres Strombedarfs — das entspricht dem Jahresverbrauch von etwa 200 Vier-Personen-Haushalten.
405 Tonnen CO₂ weniger pro Jahr
In Klimawirkung übersetzt: Die Photovoltaik-Anlage vermeidet jährlich rund 405 Tonnen CO₂. Jedes Mal, wenn Sie ins Wasser gleiten oder ein Aufguss die Saunakabine erwärmt, fließt ein Teil dieser Sonnenenergie mit ein.

Die unsichtbaren Maßnahmen: Wo im Alltag Energie gespart wird
Die großen Anlagen sind nur die halbe Geschichte. Den Rest macht die Summe vieler kleiner Entscheidungen.
Pufferspeicher: Wie wertvolle Thermalsole erhalten bleibt
Wenn ein Becken für Wartungsarbeiten geleert werden muss, geht die Thermalsole nicht verloren. Hunderttausende Liter werden in unterirdische Pufferspeicher geleitet, dort ohne Wärmeverlust zwischengespeichert, kontinuierlich umgewälzt und nach Abschluss der Arbeiten zurückgeführt. Erhalten bleiben so nicht nur die wertvolle Sole, sondern auch die gesamte darin gespeicherte Wärme.
Abgedeckte Becken, zurückgewonnene Wärme, wiederverwendetes Wasser
Nach Badeschluss werden die Außenbecken abgedeckt — eine einfache Maßnahme, die nächtliche Wärmeverluste deutlich reduziert. Ein Wärmerückgewinnungssystem nutzt die Wärmeenergie der abgezogenen Raumluft, um die Hallen wieder aufzuheizen. Und Überlaufwasser, das in vielen Bädern schlicht abfließt, wird bei uns zur Reinigung der Filter weiterverwendet.
LED-Beleuchtung und ein Energieerfassungssystem
Die Beleuchtung wurde vollständig auf LED umgestellt — von der Deckenbeleuchtung über die Außenanlagen bis zum Licht in den Becken. Das spart nochmals 5-10 Prozent Stromenergie ein. Parallel erfasst ein hocheffizientes Messsystem laufend, welche Komponenten wie viel verbrauchen. So wissen wir genau, wo sich der nächste Optimierungsschritt lohnt, statt im Nebel zu stochern.
Kurze Wege: Die Sole liegt direkt unter der Therme
Ein Vorteil, den man nicht planen kann, ist schlicht die Geografie. Die Bad Windsheimer Sole muss nicht transportiert werden: Thermalsole und ein riesiger unterirdischer Salzstock liegen in unmittelbarer Nähe unter der Therme. Kürzere Wege sind kaum vorstellbar — und sie sparen jede Menge Transport-Emissionen.

Fazit: Grüne Energie für Ihre unbeschwerte Auszeit
Ein Aufenthalt in der Franken-Therme Bad Windsheim ist nicht nur ein Gewinn für Ihr Wohlbefinden. Drei erneuerbare Wärmequellen, 2.000 Solarmodule, eine Sole aus dem eigenen Untergrund und viele unsichtbare Effizienzmaßnahmen sorgen dafür, dass unser nachhaltiger Thermenbetrieb auch für kommende Generationen eine warme, verlässliche und zukunftsfähige Wohlfühloase bleibt. Ausruhen werden wir uns darauf nicht: An der nächsten Verbesserung wird bereits gearbeitet.